Für Leseratten



Eigene Geschichten









01.08.2003 –01.08.2007 Zwei Spaßnasen


Vier Jahre ist es nun her das ich mich auf den Weg gemacht habe euch anzuschauen und um eine von euch mit nach Hause zu nehmen. Es kommt mir vor wie gestern als ich mich auf den Weg gemacht habe.

Im Vorfeld stand eine fast zweijährige Suche nach einer kleinen roten Maus. Es war klar für mich, dass ich ein neues kleines Mädchen brauchte. Eine kleine Prinzessin die mir über den Verlust meiner geliebten Flash endlich hinweghelfen konnte.
Ich hatte mir natürlich einen ganz bestimmten Hund vorgestellt. Aro‘s Golden Hawk sollte und musste in der Abstammung sein, dass hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Fast zwei Jahre habe ich gesucht, gewartet und wieder gesucht. Abstammungen in vielen Ländern durchgegraben aber irgendwie konnte ich einfach nichts finden.
In Tschechien landete ich immer wieder auf der HP vom Kennel „z Vejminku“. Die Gesichter der Puppies hatten es mir irgendwie angetan. Aber es war ja nicht das was ich suchte.......

Inzwischen hatte die Suche zumindest einen Erfolg. Der geplante black & tan Rüde, Happy Tan, war in Tschechien gefunden. Seinen Vater, „Matchpoints Gazpacho“, von Petr Studenik „Black Petrs“, durfte ich auf der Welthundeausstellung in Dortmund kennen lernen. Ein toller Hund Petr!
Happy Tan war ein goldiger Kerl und die Fotos die mich erreichten halfen bei der Entscheidung. Ich wollte ihn sehen und wenn er gefällt und der „Funke“ überspringt, mit nach Hause bringen.

Blieb noch immer das Problem, woher bekomme ich meine goldene Prinzessin.

Also wieder zu Pavels („z Vejminku“) HP und sich damit schweren Herzens von meiner Traumabstammung verabschieden.
Also das nächste Telefonat nach Tschechien. In schlechtem
Englisch die Frage an Pavel: „Sie haben ein rotes Mädchen auf Ihren HP, ist es noch zu haben?“
Im ersten Moment Erleichterung „Ja, es ist noch zu haben“ aber dann der Schock. „Das Puppy ist docked (Kupiert)“. Mist, ein kupiertes Puppy?
Nein, das ist es nicht, aber warum zur Hölle wird in Tschechien noch kupiert? Alles Gedanken, die mir in dem Moment neben der Enttäuschung durch den Kopf schossen
Die nächste Aussage brauchte etwas, bis sie wirklich zu mir durchgedrungen war „ich habe zwei goldene Puppies, zwei Tage alt und wenn Interesse besteht, eines ist nach Japan versprochen, das andere kann ich haben.....unkupiert“. Sein Angebot, beide bleiben unkupiert damit ich aussuchen kann.

Ich hätte es damals schon ahnen müssen, dass das nicht gut geht aber ich habe nur schnell überschlagen und festgestellt das zwischen „Happy Tan“ und den Mädels ein Altersunterschied von knapp zwei Wochen ist. Ideal um beide zeitgleich nach Deutschland zu bekommen

Es war also abgemacht, Anfang August sollte es nach Tschechien gehen. Die Zeit vorher war angefüllt mit warten, sich immer wieder an den Bildern freuen, die als Mail kamen, mit der Grenze sprechen, um zu erfahren, welche Bedingungen müssen die Puppies erfüllen, um problemlos nach Deutschland zu kommen und vieles andere mehr.
An meinem Geburtstag war es endlich soweit. Erst noch das Geburtstagsessen und dann eine Stunde schlafen bevor es losging. Herrchen musste noch nach dem Auto schauen und dann ging es wirklich los. Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich fahre soweit für Puppies, ich kenne dort kaum jemanden, wer weiß wie sie wirklich aussehen und natürlich drängte sich auch der Gedanken von Hinterhofzuchten in meinen Kopf. Ebenso verfolgte mich der Gedanke von Zigeunern und allerlei Geschichten die man gehört hatte.
Wie auch immer, ich war auf dem Weg um die Puppies zu sehen die mich auf den Fotos schon so bezaubert hatten.

Bis Frankfurt ging alles glatt, kaum Verkehr und freie Fahrt aber dann.............
Eine stinkende Qualmfahne die mein Auto hinter sich her zog zwang mich auf den nächsten Parkplatz. Danach ein nettes Stelldichein mit dem ADAC und einer Werkstatt.
Herrchen hatte vergessen den Deckel wieder auf das Öl zu schrauben und der ganze Motorraum war voller Öl. Es stank erbärmlich!

Nach vier Stunden ging es endlich weiter, mit frisch gewaschenem Motor und einem, diesmal korrekt verschraubten Deckel. Nur der Gestank hat mich auf der ganzen Fahrt, und auch noch einige Zeit später an diesen Aufenthalt erinnert.

Mit Verspätung und deutlich hinter dem gedachten Zeitplan ging es dann am Morgen über die Grenze in Richtung Brunn. Das Land durch das die Reise ging erinnerte mich sehr an Polen. Die Städte und Dörfer durch welche die Reise ging erzählen sehr viel über die Menschen die hier wohnten. Zweifellos ein sehr armes Land.
Nun wurde mir auch klar, dass ich nicht nur die 4 Std. hinter meinem Zeitplan lag, sondern dass ich die Entfernungen auch leicht unterschätzt hatte.
Nach langem Suchen hatte ich dann endlich, am späten Nachmittag, mein Ziel erreicht. Der Zwinger von Petr Studenik.
Petr war furchtbar nett und natürlich war mein Favorit „Aro‘s Beefeater“, sein Aro‘s Golden Hawk - Enkel.
Petr rief dann den Züchter von „Happy Tan“ an und informierte auch Pavel das ich dann doch noch angekommen sei. Die Wartezeit, bis „Happy Tan“ von seiner Züchterin gebracht wurde, verging recht schnell dank netter Bewirtung und mehr als freundlicher Aufnahme.

Als die Züchter mit den Puppies kamen war ich etwas enttäuscht, „Happy Tan“ war nicht mein Hund, der Funke der zu einer solchen Beziehung gehört wollte nicht überspringen. Ich hätte allerdings sofort Petrs kleine black&tan Maus mitgenommen, die uns mit ihrem goldigen Wesen in ihren Bann gezogen hatte. Nur leider war die nicht zu haben.
Schade, aber ich hoffe und wünsche, dass du kleiner „Happy Tan“ ein ganz tolles Zuhause gefunden hast.
Trotz freundlicher Einladung zum Abendessen und deutlichen Ermüdungserscheinungen machten ich mich wieder auf den Weg. Wieder zurück durch halb Tschechien führte der Weg zu Pavel, begleitet von der angstvollen Frage :“ was ist wenn bei den beiden Mädels auch der Funke nicht überspringen will?“
Nach dieser Horrortour, über 24std unterwegs, endlich auf der Straße in einem kleinen Dörfchen stand Pavel auf der Straße und winkte mich in seinen Hof.

Müde und etwas überfordert von der herzlichen Begrüßung ging es rein. Ich saß schneller am Tisch als gedacht und statt -Hunde schauen- gab es erst einmal etwas Warmes zu essen.
Keine Chance der freundlichen Bewirtung zu entkommen und die Puppies zu sehen.

Nach dem Essen, endlich, Pavel verschwand nach hinten und kam zurück, in Begleitung von zwei goldenen winzigen Puppies.
Das etwas größere Puppy, heute heißt die Spaßnase Quinja, kam sofort zu mir, auf den Arm genommen, umfassten kleine Beinchen meinen Hals und ein kleines Näschen drückte sich an mich, so als wolle sie sagen „Mensch, wo warst du nur, ich habe die ganze Zeit nur auf dich gewartet.“
Es war Liebe auf den ersten Blick. Im Grunde stand sofort fest, du kommst mit uns nach Hause, du bist meine kleine „Golden Fantasie“.

Nach einer Weile inniger Begrüßung habe ich mich nach der anderen Maus umgesehen. Ich wollte einen guten Hund mitbringen, also sollte ich mir die Nr. 2 doch auch mindestens anschauen.

Das kleine Etwas saß auf dem Küchenboden und diesen Gesichtsausdruck werde ich wohl nie vergessen. Es war, als wolle dieses kleine Mäuschen mir durch ihre abweisende und bockige Haltung sagen „ich weiß das ihr mir meine Schwester wegnehmt und mich hierlasst, aber das ist mir egal, ich will nicht mit euch gehen.“
Pavel hat das Mäuschen dann eingefangen und mir gegeben. Sie wollte mich kaum anschauen, geschweige denn mich begrüßen.
Aber irgendetwas in diesem tief beleidigten Blick hat mich eingefangen, die Vorstellung dieses Puppy nach Japan zu schicken war mir unerträglich. Im Gespräch kam dann raus, das auch Pavel mit der Vorstellung nicht wirklich glücklich war.
Nur was sollte ich machen?
Ein black&tan Rüde und eine goldene Hündin sollte mitkommen. Was sollte ich also mit Wurfschwersten für die Zucht ?????
Die Handyrechnung wurde hochgetrieben. Telefonate mit Herrchen „Was soll ich machen?“ „Ich kann doch nicht beide...............“ "Aber sie sind doch beide so süß..."
Wie auch immer, nach einigen Telefonaten und einem Gespräch mit Pavel stand es fest. Beide kommen mit..........ich hätte es an sich ahnen müssen das es nicht gut gehen konnte, zwei rote Mädchen und dann entscheiden müssen............
Sicher, es war verrückt, aber alleine die Vorstellung eine von beiden hier zu lassen war unerträglich.
Fast den ganzen Rest der verbleibenden kurzen Nacht die Überlegung wie die kleine Maus denn nun heißen soll. Zum Schluss dann die Idee „Golden Sprit“ bevor dann doch noch etwas an Schlaf zu denken war.

Der nächste Tag mit Pavels Hunden war entspannend und schön. 3 Filme wurden verknipst und der Zeitpunkt Abschied zu nehmen rückte immer näher.
Am Abend wurde es dann Zeit aufzubrechen, das man die Kühle der Nacht zum Fahren nutzen konnte.
Ich erinnere mich noch gut an Pavels Tränen, die die Kleinen auf ihrem Weg in ihr neues Leben begleiteten, als er sie ins Auto gab.
Mit gemischten Gefühlen ging es in Richtung Heimat. Eines weiß ich heute, das Land in das ich mit gemischten Gefühlen gefahren bin, hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ich hoffe, dass ich dort wieder hinfahren kann, weil ich mich dort wirklich wohl gefühlt habe und alle Menschen die ich dort getroffen habe, waren von einer Herzlichkeit und Freundlichkeit die ich hier oft misse.
Eines weiß ich, mit den beiden Spaßnasen ist ein kleines Stück von mir in Tschechien geblieben, was gerne dort hin zurück möchte.

Die Rückfahrt war lang aber zum Glück ohne unangenehme Überraschungen.
Zuhause angekommen stellte man erst einmal richtig fest wie klein die beiden Spaßnasen wirklich waren. Man konnte beide problemlos in einen Arm nehmen.
Sie haben sich beide zwischen den anderen sofort wohl gefühlt und neugierig ihre neue Umgebung erkundet.
Von vornherein wurde schnell klar, dass wir uns in den beiden getäuscht hatten. Wir waren erst der Meinung Spirit ist die sensiblere von beiden und Quinja ist der Draufgänger.
Es stellt sich schnell heraus, dass es genau umgekehrt ist, Spirit hat den stärkeren Kopf, geht zu allem und hat einen unerschütterlichen Willen. Quinja ist die schüchterne, die vorsichtigere.
Die Zeit bis heute ist wie im Flug vergangen. Die Trauer um Flash ist noch da aber die beiden Spaßnasen haben es geschafft ein so wichtiger Teil in meinem Leben zu werden das ich endlich mit dem vergangenen abschließen konnte und dankbar Zurück schauen kann.
Die Zukunft gehört nun den neuen Hunden an meiner Seite und ich schaue mich nicht mehr so oft suchend um weil ich glücklich bin das diese beiden mein Leben bereichern.
Unsere beiden Prinzessinnen wuchsen zu schicken Junghündinnen heran. Sie haben Ausstellungen erfolgreich besucht und sind, entgegen aller Unkenrufe „die sind ja viel zu klein“, elegante Cockermädchen geworden.
Beide haben einen unwiderstehlichen Charme, wenn sie nebeneinander sitzen und die eleganten Köpfchens auf die Seite legen. Inzwischen sind sie stolze Mutter geworden, natürlich, wie sollte es auch anders sein, gemeinsam. Beide haben ihre ersten Kinder, Quinja 9 und Sprit 7, mit einer Selbstverständlichkeit groß gezogen die ihrem tollen Wesen entspricht. Sie haben zu meiner großen Freude ihren Kindern auch viel von ihrer eigenen Persönlichkeit mit auf den Weg gegeben.

Ich bin jeden Tag froh und dankbar das diese zwei Spassnasen mich durch ihre ganz besondere Art erfreuen und das sie beide an meiner Seite sind



Agamemnon


Am 26.09.2004 wurdest du kleiner Winzling geboren. Du wolltest nicht Atmen, nicht Leben. Wir haben dich beatmet und massiert bis du endlich Luft geholt hast.
Du hast dann in den nächsten zwei Tagen ständig Gewicht verloren, wolltest nicht trinken. Wir mussten dir mit einer Spritze in die Milch ins Mäulchen einflößen. Freiwillig hast du nicht getrunken. Tag und Nacht haben du und deine Schwester Akira, die auch nicht recht zunehmen wollte, uns in Sorge gehalten. Ständig die bange Frage ob du es wohl schaffen wirst.
Dann an deinem siebten Lebenstag warst du unruhig, hast gequengelt und geweint. Ein paar Stunden später konnten wir dann den Grund sehen. Dein rechtes Auge war vereitert und dick geschwollen.
Also sofort zum Tierarzt und das Auge öffnen lassen das der Eiter abfließen konnte.
Als du deine Augen dann geöffnet hast was die Erleichterung groß. Das Auge war in Ordnung!! Irgendwie hast du uns immer auf Trab gehalten obwohl du dich dann doch zum fressen und wachsen entschieden hast.
Ein hübscher Junghund ist aus dir geworden und du hast deine ersten Ausstellungen sehr erfolgreich besucht.

Dann kam der 26.11.2005.

Ich wartete auf euch weil wir am nächsten Tag auf eine Show wollten. Es hat geschneit.
Als das Telefon geklingelt hat und mir gesagt wurde „es gab einen Unfall, Agamemnon ist tot“ dachte ich zuerst ich bin in einem falschen Film. Leider war es nicht so. Ihr hatte einen Autounfall auf dem Weg hier her. Laika und deine Schwester Allotria sind, nachdem sie aus dem Auto gesprungen sind am Seitenstreifen geblieben und weggelaufen. Wir haben sie zum Glück trotz Schnee und Eiseskälte unverletzt wiederbekommen.
Nur du, kleiner Agamemnon bist auf die Straße gesprungen. Direkt vor einen LKW.
Du hast nicht gelitten, warst sofort tot.

Ich frage mich so oft warum das passieren musste. Warum waren dir nur 14 Monate gegönnt.
Du warst so ein lieber Hund, sicher warst du auch schön, aber wenn man in deine Augen blickte spiegelte sich deine Seele in diesem Blick.
Warum nur an dem Tag, gute 3 stunden später als die Stunde deiner Geburt 14 Monate vorher.

Ich finde keine Antwort auf die Frage. Ich weiß nur das du nach Hause gekommen bist und jetzt neben Rusty in unserem Garten liegst und schläfst.




Hand und Pfote


Es sagte einmal die kleine Pfote zur großen Hand:

„Du große Hand, ich brauche dich,
weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre deine Hand,
wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
wenn du mir hilfst die Welt zu entdecken,
wenn du meinen Tag und mein Leben begleitest,
wenn ich zu dir kommen kann wenn ich Angst habe oder es mir schlecht geht.
Ich bitte dich : Bleib in meiner Nähe und halte mich.“

Und es sagte die große Hand zur kleinen Pfote:

„Du, kleine Pfote, ich brauche dich,
weil ich von dir ergriffen bin.
Das spüre ich,
weil ich viele kleine Handgriffe für dich tun darf,
weil ich mit dir spielen und herumtollen darf,
weil ich dein Vertrauen und deine liebe als Geschenk erhalte,
weil ich mit dir kleine, wunderbare Dinge entdecke,
weil ich dich spüre und ich dich lieb habe,
weil ich mit dir wieder bitten und danken lerne.
Ich bitte dich : Bleib in meiner Nähe und halte mich.“


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Was ich euch, meinen Puppies, Wünsche:


Menschen die sich um euch kümmern und sorgen.
Menschen die ihr lieben könnt weil ihr bei ihnen zuhause seid.
Menschen deren Freund ihr sein kennt weil sie euer Vertrauen nie enttäuschen werden.
Menschen mit warmen Händen die euch schützen und behüten. Die sehen was in euerer kleinen Seele vorgeht und euch verstehen.
Menschen die euch Verständnis entgegen bringen, Verständnis für die kleinen oder größeren Ecken und Kanten die ein Lebewesen nun einmal hat.
Menschen die eure Persönlichkeit lieben und behüten werden, die euch lieben weil ihr seid wie ihr seid.
Hände die euch nie ungerecht strafen, Hände denen ihr vertrauen könnt .
Menschen die euch um euer selbst lieben, die euch lieben, weil ihr da seid und nicht wegen Ausstellungserfolgen, weil ihr vielleicht ein Prüfungssieger seid oder weil sie sich mit euch schmücken wollen.
Menschen die sich an euch erfreuen.
Hände die mit euch die Kindertage verspielen.
Freunde die euch durch euer Leben begleiten, mit denen ihr glückliche Stunden im Wald und auf dem Sofa verbringen dürft.
Menschen mit denen ihr Spielen und Lachen könnt und mit denen ihr auch schwere Stunden teilen werdet. Stunden in denen ihr vielleicht Tröster oder auch ein verlässlicher Freund sein werdet.
Menschen die euch begleiten wenn ihr krank werdet oder wenn das Alter irgendwann unbarmherzig an eure Tür klopfen wird und die euch auch dann noch verstehen und behüten werden.
Menschen die jeden Tag der euch gegeben ist mit euch teilen wollen und die wissen das es in eurem Leben auch Tage geben wird die schwer sind und die euch auch in solchen Zeiten dieselbe liebe und treue schenken die ihr zu geben bereit seid.
Menschen die euch nie verlassen werden oder euch als last empfinden.
Ich wünsche euch das euch eure Menschen ihr Herz schenken so wie ihr ihnen das eure schenken werdet.
Auch wünsche ich mir, dass die Menschen denen ihr eure Liebe schenkt euch in euren Letzten stunden begleiten werden. Euch die Sicherheit und Geborgenheit gebend die ihr verdient, Menschen die euch loslassen können, wenn diese schwere Zeit irgendwann kommt.

Ich wünsche euch ein behütetes und glückliches leben meine Puppies.




An Rusty


Gestern Abend kam Erik mit Dir nach Hause. Er sagte das Du von einem anderen Hund angegriffen worden bist. Du hättest nicht gehorcht als er Dich gerufen hat sagte Erik. Ich habe sofort geschaut ob Dir etwas passiert ist. Aber zum Glück war es nur ein kleiner Kratzer.
Es ging mir nicht aus dem Kopf. Du, ein Hund der immer gehorcht soll nicht gehört haben?
Ich habe den Gedanken verdrängt, weit weg geschoben, habe Erik gesagt: “er ist halt alt, er hört nicht mehr so gut, oder vielleicht mag er auch nicht mehr hören, außerdem wenn er angegriffen wurde....“.
Alles gute Argumente nicht genau hinzuschauen, es weit weg zu schieben.
Heute habe ich Dich dann fertig gemacht. Du sollst endlich mal wieder in den Showring.
Als wir fertig waren und ich Dich raus gelassen habe konnte ich es nicht mehr verdrängen. Ich musste erkennen was ich nicht wollte. Deine Ohren, sonst immer so aufmerksam auf meine Stimme hörend waren ruhig, bewegten sich nicht als ich Dich angesprochen habe, als ich Dir die Geschichte von den Häschen erzählt habe, die Geschichte die Dich immer dazu gebracht hat den Kopf schief zu legen und die Ohren zu verrenken. Du hast dann immer angefangen zu fiepen und bist total verrückt geworden. Heute allerdings blieben deine Ohren ruhig und du hast in den Garten geschaut, hast mich nicht wahrgenommen, weil ich hinter dir gestanden habe. Ich habe es dann noch ein paar Mal versucht. Ich habe dir in die Augen geschaut, und auch da musste ich erkennen das dein Blick nicht mehr so klar ist wie er einmal war.
Es ist schwer zu erkennen Rusty, schwer zu akzeptieren das dein Alter sich nun unerbittlich gemeldet hat. Es ist schwer zuzugeben das du fast nichts mehr hörst, bald taub bist. Sicher, Du hast mich immer verstanden, hast mir zugehört und wirst auch jetzt einen Weg finden mir weiter zuzuhören. Ich werde lernen müssen mich Dir verständlich zu machen, wir beide werden eine neue Art finden uns zu unterhalten.
Ich weiß das wird das kleinste Problem sein.
Viel schwerer ist für mich zuzugeben das Du Alt geworden bist, zu erkennen das die Zeit die wir beide zusammen haben werden wahrscheinlich nicht mehr so lange sein wird.
Erinnerst du dich als ich dich geholt habe? Es ist jetzt gute 11 Jahre her. Du hast uns bald zum Wahnsinn getrieben, weil du auf der ganzen Fahrt gejault hast. 900km strapazieren die Nerven recht gut, wenn ein kleiner Springer einem die Ohren voll heult. Als wir endlich zuhause waren hast Du dich umgeschaut und festgestellt: „hier bleibe ich.“
Zu der Zeit waren noch Topas und Cherie deine Begleiter. Ich weiß das du dich an sie erinnerst denn ich erinnere deine Trauer nur zu gut als die beiden uns verlassen haben. Zuerst ging Topas in der du deine Mutter gesehen hat. Es war schon witzig zu sehen wie du dich vor dieser kleinen Cockermaus unterworfen hast. Du Riessenkalb, was du damals warst. Topas brauchte Dich nur anzuschauen und du warst ganz klein.
Als sie weg war hast du so verzweifelt nach ihr gesucht, Du hast uns in jeder Minute an den Verlust erinnert, wenn du Raum für Raum abgesucht hast und nicht verstanden hast wo sie ist und warum wir sie Dir denn nicht wiederbringen. Du hast ihre Stimme auf dem Video noch Jahre später erkannt und Dich dann ganz nah vor den Bildschirm gesetzt und sie beobachtet.
Als Cherie ihr ein paar Jahre später zur Regenbogenbrücke gefolgt ist hast du nicht gesucht. Ich habe es dir angesehen, Du hast Bescheid gewusst das sie nicht mehr kommen wird.
So war es auch als deine kleine Flash uns vor zweieinhalb Jahren viel zu früh verlassen hat. Du warst bei ihr und hast darüber gewacht als sie eingeschlafen ist.
Nun Rusty, nun habe ich furchtbare Angst, Angst das du der nächste bist den ich zur Regenbogenbrücke gehen lassen muss.
Erinnerst du dich an deine Ausbildung? Die Stunden in denen du mit Begeisterung gelernt hast?
Du warst unermüdlich und kaum zu bremsen. Du hat fast einen Kopfstand an der Leine gemacht bis du endlich losgelassen wurdest, suchen durftest und beweisen durftest, dass du so gerne mitarbeitest.
Erinnerst du dich an deine Eignungsprüfung als Rettungshund?
Du warst 8 Monate, an sich viel zu jung für die Prüfung. Aber du hast allen das Gegenteil bewiesen, hast gearbeitet mit einer Begeisterung die seinesgleichen sucht. Der Richter war von deinem Temperament und deinem Sucheifer begeistert.
Und dann meine verrückte Idee dich zur JEP zu bringen. Wir hatten so gut wie keine Zeit dich vorzubereiten. Du warst 11 Monate alt und hattest noch nie einen Hasen im Wald apportiert oder eine Ente im Wasser.
Du hast den Hasen gebracht, ich erinnere mich gut an die Angst die ich hatte nachdem ich dich geschnallt hatte, die Unsicherheit:“ob er das macht?“ und an das vertrauen das ich in deine Leistungsfähigkeit hatte. Du bist in Rekordzeit zurück gewesen, mit dem Hasen.
Am Wasser hat mich der Richter gefragt, nachdem du uns fast alle ins Wasser gerissen hast, ob bei Dir Terrier eingekreuzt wäre. Alle haben dich mal wieder bewundert, wegen deiner Einsatzfreude, deinem Willen zu arbeiten und wegen deinem Temperament.
Bei der AP warst du auch ganz groß Rusty. Zwar hattest du dich zu der Zeit schon entschieden das du nur auf der Menschenspur laut bist aber es war schon toll zu sehen wie du gearbeitet hast. Nur aus dem Wasser, da hättest du schneller wieder rauskommen sollen und nicht erst nach 5 min.
Du warst auch auf Ausstellungen genau so begeistert dabei wie bei der Arbeit. Wenn ich dich gelobt habe, weil du mal wieder gewonnen hast bist du hochgesprungen, höher als ich groß bin, hast meinen Arm gepackt und mir in deiner überschäumenden Freude manchen blauen Fleck verpasst.
Erinnerst du dich? Der Ehrenring in Dortmund als du Europasieger geworden bist? Die Menschen haben geklatscht, weil du so toll gelaufen bist und ich dachte ich breche zusammen, weil ich dir kaum folgen konnte.
Drei Welthundeausstellungen haben wir besucht und auf zweien bist du in die Platzierung gekommen. Im letzten Jahr in Dortmund hast du alter Kerl in der Championklasse noch ein V bekommen und vor zwei Jahren in Lüttich noch ein CACIB. Du hast viel gewonnen und es hat dir so viel Spaß gemacht wie die Arbeit. Dir hat alles Freude gemacht, du hast es getan, weil du es liebst gelobt zu werden und du es mir immer recht tun wolltest.
Du warst ein Rettungshund Rusty, wir sind bei Tag und Nacht, ob Sonne oder Schnee gerufen worden, wenn Menschen in Not waren. Du hast bei so vielen Einsetzen unermüdlich gesucht. Ich bin mir sicher, dass du genau wusstest das es ernst war, dass dann keine Zeit für Spielereien war.
Du hast dir bei einem Einsatz das Vorderfußwurzelgelenk zertrümmert aber das konnte dich nicht hindern weiter zu suchen. Nach zwei Std. hast du gefunden aber das dein Bein gebrochen war habe ich erst zuhause gemerkt. Der Tierarzt hat damals gesagt das du nie wieder richtig laufen wirst.
Erinnerst du dich daran wie froh wir waren als du wieder in Einsätze gegangen bist, als du im Showring wieder deine Runden gerannt bist, ohne zu humpeln?
Keiner hätte es geglaubt aber du hattest es mal wieder geschafft alle zu verblüffen und wieder auf die Beine zu kommen. Sicher, wir haben alles für dich getan aber letztendlich war es dein Wille, denke ich, der dir geholfen hat den Schmerz zu besiegen und wieder laufen zu wollen.
In Kassel, wir hatten uns gerade deine Kinder angesehen, hast du dir einen Stock in die Zunge und in den Hals gerammt. Auf dem Weg in die Klinik bist du uns fast verblutet und ich habe schon befürchtet das ich statt deiner deinen Sohn mit nach Hause nehmen muss. Aber auch diese Verletzung hast du ebenso überstanden wie den Beckenbruch den du dir bei einer Trümmersuche zugezogen hast. Du warst mal wieder wie immer zu schnell als du durch die Trümmer gefegt bist und ich war unaufmerksam, habe dich viel zu spät gebremst.
Mit 8 Jahren habe ich dich aus der Arbeit genommen. Du hast es vermisst, das weiß ich, aber ich wollte dich alt werden sehen, dich nicht verheizen.
Letztes Jahr durftest du noch einmal mit zur Rettungshundestaffel. Du konntest es noch. Du hast es allen mal wieder gezeigt, hast ihnen gezeigt wie schnell und sicher ein guter Hund in der Lage ist zu finden, wie wichtig es sein kann um Leben zu retten einen Hund wie dich zu haben.
Nun sitze ich hier und denke an die langen Jahre zurück, denke daran wie viel wir zusammen erlebt haben, sehe dich an und erkenne zum ersten Mal das du nun wirklich alt wirst, das sich die Zeit nicht mehr leugnen lässt, die Jahre die du gelebt hast haben nun sichtbare Spuren hinterlassen. Sicher, du bist noch hier und wir werden noch viele glückliche stunden erleben dürfen denn du bist gesund. Nur für mich ist es hart zu erkennen das unsere Zeit nun in die letzte Phase geht. Dein Leben ist ruhiger geworden, und der große Ehrgeiz den du einmal hattest ist einer ausgeglichenen Ruhe gewichen. Du geniest die Sonne und das spazieren gehen aber du überforderst dich nicht mehr. Ich muss dich nur noch bremsen, wenn ein Bällchen ins Spiel kommt. Wenn du schläfst und träumst frage ich mich oft ob du dich auch erinnerst, erinnerst an die vergangene Zeit, an das was wir zusammen erlebten.
Ich bedaure das sich im Alter für dich keine Hündin mehr interessiert hat, sonst hätte ich vielleicht einen Sohn von dir der mich, wenn ich dich einmal gehen lassen muss, immer an dich erinnern werde, in dem du ein wenig weiter lebst.
Ich habe nur noch einen Wunsch Rusty, das du gesund bleibst und das wir die Zeit die wir noch zusammen haben werden, gemeinsam so intensiv erleben dürfen wie wir die vergangenen Jahre zusammen erleben durften.
01.06.04
Meinem geliebten Rusty blieb nach diesem Tag nur noch 1 Jahr bevor ich ihn am 06.06.2005 über die Regenbogenbrücke gehen lassen musste.





Aus den Tagebüchern unserer Rettungshunde


Es war bisher ein ganz normaler Morgen. Ich, Topas, habe mit den anderen im Garten gespielt aber es ist viel zu heiß um länger als 5 min durchzuhalten. Also sind wir schnell ins kühle Haus geflüchtet. Wir haben gerade unser Frühstück bekommen als dieses komische Telefon geklingelt hat.
Frauchen fängt an sich umzuziehen und Sachen zusammen zu packen. "Hey, ich weiß es, gleich geht es los, das sind die Sachen die sie immer anzieht wenn meine Nase und mein Suchwille gefragt ist." Wir alle sind nun in heller Aufregung.
Endlich, Frauchen ist fertig und Rusty und ich dürfen mit.
Als wir ins Auto springen trifft uns fast der Schlag so heiß ist es schon.
Nach einer, zum Glück, kurzen Fahrt sind wir da. Raus aus dem Auto und kurz umgeschaut. Die anderen Freunde aus der Staffel sind auch schon da aber wir sind nicht auf dem Platz. Die Spannung die zu spüren ist zeigt mir immer mehr das wir uns heute keinen Fehler erlauben dürfen. Es ist unerträglich heiß, der Asphalt brennt unter unseren Füßen als wir uns auf den Weg zum Waldrand machen.
Rusty und ich sollen auf dem Hügelkamm suchen. Dichte Dornenhecken ziehen sich überall durch die Wiese. Ich schiele schnell zu Dojan und Sita. Natürlich weiß ich wo jeder der anderen ist aber die beiden haben Glück, sie dürfen am Bach suchen. Da würde ich auch viel lieber laufen als hier oben wo es so heiß ist.
Nachdem wir uns alle aufgestellt haben geht es los. Leinen ab und suchen.
Die Hecken sind wirklich dicht. Nur hier und da ist ein Einschlupfloch von den Kaninchen. Also teilen wir uns die Arbeit. Rusty draußen und ich zwänge mich durch die Hecken.
Frauchen hat zum Glück genug Wasser mitgeschleppt um uns ständig wieder Abkühlung zu verschaffen. Trotzdem wird es sehr schnell zur Qual für alle unter den Bedingungen zu suchen. Ständig taucht wieder der Hubschrauber über uns auf und es wird immer heißer. Endlich, Frauchen hat es nach einer kurzen Pause durchgesetzt das wir nun am Bach suchen dürfen. Hui, zuerst einmal ins Wasser aber dann schnell wieder zusammenreißen und weitersuchen.
Nach endlosen Stunden in der Hitze, wir alle können nicht mehr der Abbruch der Suche.
Wieder ins heiße Auto und nach Hause. Endlich ins Kühle !!!!
Frauchen macht und sauber und zieht uns piksende Dornen aus Pfoten und Fell. Dann endlich schlafen. Sicher, wir haben heute nicht gefunden aber ich weiß genau das Frauchen sehr stolz auf uns und sehr zufrieden mit unserer Leistung ist.


Seit Tagen regnet es in Strömen und es ist kalt und windig. Es ist Herbst und unsere Topas ist nicht mehr an meiner; Rustys, Seite. Ich vermisse sie sehr aber ein kleiner schwarzer Wirbelwind, Magic, begleitet uns nun seit etwa 6 Monaten.
Seit gestern Abend weiß ich das es zum Einsatz gehen wird. Frauchen hat alles Notwendige zusammengepackt. Die 5 Meter bis zum Auto durchnässen uns fast schon völlig so sehr regnet es. Heute kommt zu meiner großen Überraschung auch Magic zum ersten Mal mit uns. Sie soll es sich nur anschauen sagt Frauchen.
Am Treffpunkt dann ein schnelles aufteilen und dann zur suche. Die Wege haben sich in sprudelnde kleine Bäche verwandelt und es geht ein kalter Wind. Unser erstes Suchgebiet ist eine Kiesgrube mit einem See. Magic wühlt sich begeistert durch den Schlamm während ich, entgegen Frauchens Anweisung, in das kalte Wasser des Baggerlochs springe und von dort die Fläche absuche. Nachdem wir die Schlammwüste abgesucht haben geht es weiter in den Wald. Die kleine hält toll mit und ich bin froh wieder eines von den Mädels an meiner Seite zu haben, Wir werden bestimmt ein genauso tolles Team werden wie Topas und ich es waren.
Mitten im Wald bekomme ich Witterung, ziehe ab bis Frauchens Ruf mich bremst.
Mensch Frauchen, ich weiß genau das da hinten das ist was wir suchen. Ich bin sehr aufgeregt aber Frauchen will nicht das ich weiter gehe. Ich weiß auch warum, ich bin schon fast zu weit weg. Aber was soll ich machen, ich weiß doch wo ich hinmuss, wo ich finden werde.
Frauchen ruft mich rein, sagt über Funk irgendetwas von einem Steinbruch den sie von hier sehen kann und S Draht der mir den Weg versperren würde. Sicher, diesen Überhang habe ich auch gesehen und ich bin sicher das ich da runter gekommen wäre hatte Frauchen es nicht verboten.
Frauchen lobt mich und wir warten. Kurz darauf höre und wittere ich das sich Benni mit seinem Frauchen von der anderen Seite der stelle die ich von hier aus wahr genommen habe nähert. Frauchen meint es ist auf der anderen Seite des Tals.
Ja, er zeigt an, er hat gefunden. Frauchen lobt mich und sagt mir wie gut ich war. Natürlich bekommt auch die kleine ihr lob. Durchnässt und eiskalt geht es dann schnell nach Hause in eine warme Badewanne und dann vor die Heizung.